Deutschland belegt Platz 5 bei der Langbahn-Team-WM – das aber mit Stolz

Gruppenfoto der aufgereihten Deutschen Langbahn-Nationalmannschaft hinter einem Banner bei der Langbahn-Team-WM 2026 in Roden.©

Dass Rekord-Weltmeister Deutschland in diesem Jahr aufgrund mehrerer Absagen nicht als Favorit galt, war bereits vor dem Wettbewerb bekannt. Mit nur fünf Punkten Rückstand auf Bronze und trotz Pech schlug sich das deutsche „Team der Neulinge“ rund um Lukas Fienhage als bestem Einzelfahrer bei der Langbahn-Team-WM dennoch beachtlich.

„Ich bin stolz auf die Mannschaft“, verkündet Teammanager Jörg Tebbe (Dohren) nach dem fünften Platz der Langbahn-Nationalmannschaft und der Mannschafts-Weltmeisterschaft am Sonntag im niederländischen Roden. 40 Punkte hat die Mannschaft herausgefahren – 29 davon Teamkapitän Lukas Fienhage, der nur einen Zähler an den Briten Zach Wajtknecht abgab. Den in den Vorläufen dominierenden Briten reichte es aber dennoch nicht zum Titel, da Chris Harris im alles entscheidenden Finale an der Spitze liegend ausfiel. So siegten die Niederlande im Endlauf mit einem 8:7 – und wurde zum vierten Mal Weltmeister. In der „ewigen Weltrangliste“ nehmen sie damit Rang zwei ein, hinter Deutschland, das bislang zehn Mal gewonnen hat.
Deutschland startete mit Lukas Fienhage (Lohne), Timo Wachs (Werlte) und Dominik Werkstetter (Zeilarn/ Landkreis Rottal-Inn) und mit einem 8:7-Sieg gegen Dänemark gut ins Rennen und profitierte von einer Disqualifikation von Kenneth Kruse Hansen, der die Bahn verlassen hat. Im zweiten Durchgang sah es lange nach einem Maximum-Sieg für das deutsche Trio aus – bis Werkstetter in der letzten Kurve Grip bekam, nach außen kam und disqualifiziert wurde. Letztlich sprang ein 9:6 heraus. Mit 6:9 verlor Deutschland gegen die Franzosen. Fienhage kämpfte sich noch am Tino Bounin vorbei, tat alles, um an die Spitze zu kommen. Für Timo Wachs und Dominik Werkstetter blieben allerdings nur die Ränge fünf und sechs.

„Im vierten Durchgang, gegen die Niederländer, haben wir uns dann entschieden, Fabian Wachs einzusetzen“, sagt Tebbe. Fienhage wählte bewusst die äußere Startposition und ging von dort aus in Front. Da die Niederlande aber die Plätze zwei bis vier belegten, blieb für Fienhage und die Gebrüder Wachs wieder nur ein 6:9. „Die Wachs-Brüder konnten in jedem Fall aber dranbleiben“, schildert Tebbe seine Sicht der Dinge. Deshalb setzte Teammanager Jörg Tebbe Fabian Wachs im fünften Lauf gegen Finnland erneut ein. Timo Wachs kehrte kurz vor dem Start mit einer defekten Kupplung ins Fahrerlager zurück, das Reservemotorrad kam zu spät, die Zeit war abgelaufen: Disqualifikation. Zwei Deutsche gegen drei Finnen bedeutete am Ende erneut ein 6:9. Die Briten hatten bereits vier Maximumsiege geholt und mussten lediglich gegen die Niederlande Punkte lassen – und gegen Deutschland im letzten Vorlauf. Fienhage durchbrach die britische Dominanz und setzte sich hinter Zach Wajtknecht an die zweite Position. Timo Wachs trug als Fünfter zu den fünf Punkten der Deutschen bei. Großbritannien errang deren zehn.

„Mit etwas mehr Glück wäre Bronze drin gewesen“, ist Tebbe überzeugt. Er freut sich aber auch über Platz fünf, die gute Stimmung im Team und darüber, dass die drei Neulinge in der Mannschaft angekommen sind: „Natürlich war ihre Nervosität am Anfang zu spüren, aber es gab weder Reibereien noch Missgunst oder sonst was. Alle drei haben sich sehr gut eingegliedert und wir konnten ohne Druck auffahren.“ Unterstützt wurde die Mannschaft im Übrigen von einem, der sehr gerne im Team gestanden hätte, aber zum dritten Mal in Folge verletzungsbedingt absagen musste: Daniel Spiller. „Er hofft jetzt natürlich, dass es 2027 endlich funktioniert“, sagt Tebbe.
 

Ergebnisse der Langbahn-Team-WM 2026

  1. Niederlande, 59 Punkte (plus 8 im alles entscheidenden Finale): Mika Meijer 8 (plus 1), Romano Hummel 13 (plus 2), Dave Meijerink 28 (plus 5), William Kruit 10.
  2. Großbritannien, 65 Punkte Vorlaufpunkte (plus 7 im alles entscheidenden Finale): Chris Harris 21 (plus Ausfall), Zach Wajtknecht 27 (plus 4), James Shanes 8 (plus 3), Jake Mulford 9.
  3. Frankreich, 45 Punkte: Noah Urda 10, Tino Bouin 18, Anthony Chauffour 17.
  4. Dänemark, 43 Punkte: Kenneth Kruse Hansen 14, Patrick Kruse 18, Jacob Bukhave 11.
  5. Deutschland, 40 Punkte: Lukas Fienhage 29, Timo Wachs 9, Dominik Werkstetter 1, Fabian Wachs 1.
  6. Finnland, 37 Punkte: Tero Aarnio 6, Jesse Mustonen 20, Ossi Rantala 11.
  7. Norwegen, 25 Punkte: Glenn Moi 16, Truls Kamhaug 5, Robert James Langeland 2, Magnus Klipper 2.

Quelle: Susi Weber, Langbahn-Nationalmannschaft
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